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Hamburg am 09.02.2011fünfter Tag des zwölften Zyklus

Geo Me

Ghost Rider, Michael, Diana, Schlomo, Elvis Pressler, Mosche und Muri Jane

100 x 150 cm Kreide auf Schultafel, verschenkt an Anya am 13.02.2011

Ein großartiger Trialog. Zunächst rahmen wir die Tafel endlich. Sehr konzentriert und emotional geht es weiter. Wir schaffen auch einen Rahmen für das Projekt.

Die Geschichte mit dem Knick

Also, es fängt ganz normal an: Ein Mann, nennen wir ihn „Rick“, steht in einem Fahrstuhl in einem Hochhaus, was gerade von einem Terror-Anschlag getroffen wurde und gleich einstürzen wird. Er versucht heraus zu kommen aus der Todesfalle, indem er einfach ohnmächtig wird. Doch er kommt nicht heraus aus dieser Todesfalle: er liegt ohnmächtig in einem Fahrstuhl in einem Hochhaus, was gerade von einem Terror-Anschlag getroffen wurde und gleich einstürzen wird.

Zur selben Zeit sitzt Sie auf einer tropischen Insel und knüpft eine Blumenkette. Zehn Meter weiter rechts steht der Strandbar-Mixer und wartet darauf, dass die Sonne den Horizont berührt. Denn dann beginnt hier das Leben und die verdammten Sandfliegen sind auch weg. Er fühlt die Abendluft in seinen Lungen. Das Mädchen mit ihrer Blumenkette ist echt süß.

Lieber hätte sie ihr Strickzeug dabei gehabt, die Mütze war fast fertig. Scheiß Blumenzeug, die vergammeln doch alle gleich! Ihr ganzes Gesicht war verbrannt von dieser Südseesonne. Mit der Creme, die sie dick auf die gemarterte Epidermis aufträgt, fühlt sie sich wie ein triefender, glänzender Pavianarsch. Scheiß Kur, denkt sie immer wieder. Scheiß Familie! Ich stehe jetzt vor einer Entscheidung: Entweder ich stricke das blöde Teil jetzt zu Ende oder ich kucke mir auf dem Sofa Johannes B. Kerner an. Nee, ich trinke noch ein Glas Cognac und rufe Ralf an. Er kann mir bei der Mütze helfen. Ich komme halt nicht weiter. Mütze! Blöde Kackmütze! Mütze! Mütze! Mütze! Warum nicht ein stinknormaler Schal? OK. Cognac und Kerner. Und dann ins Bett.

Das Telefon klingelt. Infratest ist dran. Was halten Sie von JBK? Er legt auf und zieht die Kiste unter dem Bett hervor. Ein Schießeisen flutscht in seine Hand und er geht zur Tür und da macht es einen Knick. Einen Knick in seiner Optik. Vor ihm steht nicht, was er zu sehen scheint. Das weiss er ganz genau. Die Erscheinung vor ihm sieht seinem Nachbarn, einem kleinen, gedrungenen Typ, auffallend ähnlich. Aber er ist es nicht. Der Typ vor ihm sagt etwas. Aber er kann ihn nicht verstehen. Seine Stimme klingt wie die, von der Frau am Telefon und sie will etwas vom ihm – da ist er sich sicher. Weiter gehen, dachte er, Immer weiter gehen. Das tat er dann auch. Er ging.

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