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Hamburg am 07.12.2016, erster Tag des 35sten Zyklus‘

#194 Elvis Pressler

Apollon und Schlomo

Kreide auf Tafel, 150 x 100 cm

Dämmerung

Ein bemerkenswerter Tag und Abend in Hamburg. Die Stadt ist voller Polizei. Alle 150 Meter fährt ein Mannschaftswagen aus Göttingen, Hannover oder Bamberg. Hubschrauber stehen über dem Schanzenpark und über der Moorweide und machen Lärm. Zwei der drei Hubschrauber sehen ziemlich militärisch aus, ebenso wie die Rüstungen der Anti-Terror Einheiten.
Außer der beeindruckenden Zurschaustellung militärischer Stärke ist aber nichts los. Die Dealer stehen im Park 150 Meter vom nächsten Checkpoint entfernt und zucken mit den Schultern. John Kerry geht auf den Weihnachtsmarkt am Rathaus und wird für den Bürgermeister gehalten, weil er ein wichtiger Mann zu sein scheint und perfekt Deutsch spricht. Gegessen wird im Germania Ruderclub (dem zweitältesten Ruderclub der Welt!) und die Sprechzeit wird mit dem Klang eines Nebelhorns zeitlich begrenzt, woran sich der amerikanische und russische Außenminister nicht halten, weil das so Tradition ist.
Wir treffen Timm in der Farbfabrique und sprechen über unsere Eindrücke, das Schweigen der Linken, Geld und denkbare Utopien. Nachdem wir die Tafel aus der Schierspassage geholt haben und Timm seine Wäsche aufgehängt hat, führen wir die Diskussion zu zweit fort.
Wie schon bei anderer Gelegenheit lässt sich beobachten, wie durch die Interaktion ein neuer Raum entsteht, der seine eigenen Regeln und Perspektiven besitzt. Dem so entstehenden System gelingt es, Energie zu emergieren und diese den Beteiligten zurückzugeben. So entsteht ein inneres Leuchten, wo vorher viel Dunkelheit war.
Wir denken an Teddy King, der heute Geburtstag hat und den wir beim Schabbes im Kometen getroffen hatten. Ihm widmen wir das Bild, das wir malen.
Die Perspektiven, die wir an diesem Abend entwerfen sind episch, erscheinen lohnenswert und nicht unrealistisch. Überall ist Potenzial. Überall sind Aufgaben.
Das macht hungrig. So beschließen wir, den Abend bei einem Schnitzel und ein paar Brötchen bei Erika ausklingen zu lassen. Auf dem Weg dorthin begegnen wir vielen Mannschaftswagen, an denen wir wahlweise vorbeigehen oder die an uns vorbeifahren. Wir erfinden Funksprechverkehr zwischen den Einsatzgruppen und -Fahrzeugen und Checkpoints, die argwöhnisch zwei Personen beobachten, die Nachts um drei um die Sicherheitszone herumschleichen und so ist unser Spaziergang sehr kurzweilig und heiter.
Die Frau am Tresen bei Erika meint, das sei nur eine Übung für G-20 und sie würde im Juli dann ihren Laden schließen für ein paar Tage. Die Brötchen und das Schnitzel sind wie immer schwer zu toppen und der Obdachlose unter der S-Bahnbrücke an der Sternschanze versichert uns und zwei uns entgegenkommenden Cyborgs, dass er sich noch nie so sicher gefühlt hat.
So endet dieser bemerkenswert produktive, energetische und sichere Abend in tiefer trialogischer Harmonie.

Save the World

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Eine Antwort auf ∆_161207_1.35

  1. teddy king sagt:

    Wow vielen Dank an euch. Ich fühle mich geehrt. Also wie gesagt, grins ich freue mich schon darauf mal wieder mitzumachen, und kommt Zeit kommt Elvis.

    Doch wer ist das zum Henker ?
    ein Luftikusdenker
    ein Freudenverschenker
    ein Schiffeversenker
    ein Fahrrad Lenker
    ein Wirbeleinrenker
    ein steinreicher Bänker
    ein einsamer wanker
    oder eben Body Schenker

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