Schabbes #13

Wir waren nur zu zweit, Body und ich. Schlomo konnte nicht mitmischen. Dinge, die wichtig sein wollten, aber nicht sein sollten, hielten ihn von einer Teilnahme ab. Dabei wäre er so wichtig hier gewesen. Aber es wäre nicht der Trialog, wenn nicht jetzt ein guter Abend begann.

Wir nahmen unsere Räder und fuhren los in die Nacht, die noch frisch war wie Tau am Morgen. Wir kreisten durch die Wallanlagen, auf der Suche nach klassischer Musik.
Dann ging’s runter zum Hafen. Rechts neben dem Pudel-Club ist ein beliebter Treffpunkt für nette Menschen. Hier passte uns aber die Aussicht nicht und nur wenig später verlegten wir die Feierlichkeiten zum Abschluss des dreizehnten Zyklus an den Fähranleger im Schatten der Fischauktionshalle.

Wir legten eine rote Decke über eine Bank, die aus Stahl geschweißt auf dem Ponton ganz links stand. Obwohl es unten am Wasser arschkalt war, summten wir um Schlomo zu stärken, aber wir summten auch, um uns zu wärmen. Zwei Herren, die genauso wie wir, ein abgeschiedenes Plätzchen suchten, näherten sich. Sie stellen fest, das hier zwei Rüden auf einer roten Decke das Dock 11 ansummen. Sie verschwanden und wir blieben allein, liefen auf dem Ponton herum und stellten uns vor, hier eine Lesung zu veranstalten.

Die Kälte, die von der Elbe in unsere Knochen kroch, konnte nicht weiter ignoriert werden. Wir brauchten Brennstoff, und ein Riesen-Hotdog musste rein in die gierigen Schlünde. Auf die Chopper und hoch zur Reeperbahn zum Dänen! Wir brauchten 5 Servietten, um uns die Remoulade aus Hand- und Gesichtsbereich zu entfernen, die hier übrigens ein Serbe aufträgt.

Weiter geht die Fahrt durch die Hein-Hoyer-Straße, und schwupp, schwupp sind wir am Neuen Pferdemarkt. Eine Pizzeria macht gerade zu. Vor dem Laden veranstaltet eine Meute junger Leute ein Straßenfest. Jule schenkt uns zwei Biere und ihre Gesellschaft und ab geht’s in die „Mutter“. Hier wird einem mürrischen Wirt das Herz gebrochen. Ein guter Tisch erwartet uns und nur eine Runde brauchen wir, um fröhlich auseinander zu gehen. Angeregt wurde noch, die Nachbar-Kneipe „Vater“ zu nennen. “ Vater, ich komme aus der Mutter!“

Euer Mosche

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Eine Antwort auf Schabbes #13

  1. schlomo sagt:

    Und für diesen Schabbes wärs fast schon ein Hörbuch 🙂

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