Die Rettung der Welt

Was macht der Trialog? Und warum?

Ghost Rider: Schlomo sagt: Wir retten die Welt! Ein Ziel, das einmal so formuliert wurde, weil daran vermutlich definitiv nichts Schlechtes sein kann.

Weltrettung? Was meint ihr damit?

Schlomo: Wie es da steht: Die – Welt – retten. Buchstäblich.

GR: …das Leben der Menschen zu verbessern, ihr Zusammenleben und ihre Fähigkeit, anderen und sich selbst im Gespräch konstruktiv zu begegnen. Also den Planeten zu einem besseren Ort zu machen.

Ich finde das hört sich etwas übertrieben an. Ihr meint das nicht wirklich so, oder? Ich meine, die Welt kann man nicht einfach so retten.

S: Ja, die Aufgabe ist nicht trivial. Aber wir denken, die Welt wird nur deshalb nicht gerettet, weil es keiner tut. Die zentrale Frage ist ja, ist die Welt, wie sie ist, oder können wir sie verändern? Wir sagen, ja, das geht. Zumindest für die Zeit, die wir zusammen ein Bild malen. Wenn wir damit anfangen, dann gibt es also zumindest Hoffnung.

GR: Man könnte es vielleicht so formulieren: Um die Welt zu retten, muss man erstmal sich selber retten. Und das versuchen wir im Rahmen des Trialogs.

Ja und wie wird damit die Welt gerettet? Ich meine, da gehört doch schon noch mehr dazu, oder?

GR: Wir sind ein Teil der Welt und indem wir uns zusammen gegenseitig retten, und somit ebenfalls uns selbst, retten wir einen Teil der Welt. Das ist ein Anfang.

S: Ja, man muss bei sich selbst anfangen. Wo auch sonst? Aber das macht auch viel Spaß. Es geht darum, festzustellen, das man zwar das Zentrum der eigenen Welt ist, aber nur, weil es die Anderen gibt. Es ist deswegen besser zu versuchen – und letztlich ist es auch einfacher -, die eigene Welt mit den Anderen zu formen und zu erweitern, sich gegenseitig zu erkennen, als immer nur hermetisch auf die ‚äussere Welt‘ zu reagieren.

GR: Ich würde es so ausdrücken, dass jeder die eigene Welt auch als die eigene – und nicht DIE – Welt erkennen sollte. Es geht darum, dass irgendwann alle gleichzeitig sagen können: „Du hast Recht!“

Für mich hört sich das arg konstruiert an. Weltrettung heißt doch ALLE, oder?

S:  Ja, Du hast Recht! (lacht) Das ist konstruiert. Der Witz ist, dass wir es gemeinsam konstruiert haben und das wir für diese Konstruktion ganz einfache Regeln haben, mit denen das auch jeder andere Mensch tun könnte. Jeder kann die Regeln ja auch variieren. Wir sind drei von 8 (?) Milliarden. Wenn sich die Anzahl der Trialoge jedes Jahr verdoppelt, dann dauert es zwanzig Jahre, bis die halbe Menschheit weiß, was ein Trialog ist. Wir sind langsamer. (lacht) Ungeduld ist die größte Pest der Welt. Es fügt sich einfach eins zum anderen. Es gibt ja auch Theorien, dass jeder jeden um vier Ecken kennt. 

GR: Das ist das Ziel, ja. Um ein Ziel zu erreichen, muss man sich es ja erstmal setzen. Und dann anfangen. Und das tun wir. Aber ich gebe Dir Recht, am Ende sollen alle gerettet sein. Ich werde das vermutlich nicht mehr erleben.

S: Nein? Hatten wir nicht die Weltrettung auf den 27.05.2015 terminiert?

GR: (runzelt die Stirn) Es gibt eine Theroie, dass man das ausrechnen könnte, aber so einfach ist das nicht. Es hat viel mit den Variablen Arbeit und Freizeit zu tun. Außerdem hat Hans an dem Tag Geburtstag.

Seid ihr eine Sekte oder so?

GR: Wieso? Ist es so far out, die Welt retten zu wollen?

Ja, irgendwie schon…

GR: Das ist das Problem. Da kommt jemand und sagt: Ich möchte die Welt retten, aber keiner nimmt ihn Ernst. Warum?

Weil das nicht so einfach ist. Weil man eben nicht einfach so die Welt retten kann.

S: ‚Einfach‘ hat ja auch keiner gesagt. Ich denke auch, dass das schwer ist.

GR: Wie gesagt: Wir retten uns im Rahmen des Trialogs. Wir sind ein Teil der Welt und retten damit also faktisch jetzt schon die Welt. Einen Teil davon. Und wir fangen ja gerade erst an. Und wenn es uns im Rahmen des Trialogs gelingt, uns selbst zu retten – unser Zusammenleben zu verbessern, unser Leben zu bereichern, unsere Fähigkeit zum Zusammensein zu stärken, unsere Fähigkeit miteinander zu reden zu stärken, aber auch unsere Fähigkeit, Konflikte miteinander auszutragen -, wenn es uns also gelingt, uns selbst zu retten, warum sollte das nicht auch anderen gelingen?

Ok. Wie rettet ihr Euch denn selbst?

GR: Das ist sehr individuell, hat aber sehr wesentlich mit dem Satz „Keine Angst und keine Schuld“ zu tun. Angst und Schuld sind zwei der stärksten Hemmnisse dafür, dass Menschen wirklich zusammen finden und sich wirklich begegnen. Oder auch ein Hemmnis dafür, dass Menschen sich selbst wirklich begegnen. Wer schaut sich schon gerne kritisch in die eigenen Karten? Dabei ist Selbsterkenntnis so wichtig. Auch für das Zusammenleben mit anderen. Der Trialog ist nun so etwas wie eine Methode, ein Modell, ein Rahmen in dem angst- und schuldfrei Gemeinschaft gelebt wird und Begegnungen stattfinden. Ein Rahmen, der es ermöglicht – sogar fordert – zueinander zu finden und gemeinsam etwas zu machen. Aber auch ein Rahmen, in dem miteinander gestritten werden kann. Streit kann auch sehr heilsam, sehr reinigend sein… Wie bei einer Krise im medizinischen Sinn: Die Krise ist der Höhepunkt, bevor eine Besserung eintritt. Krisen sind gut, wenn sie nicht permanent sind, wenn sie letztendlich überwunden sein werden.

S: Es stimmt jedes Wort. Wir haben schon einige Krisen im Trialog überwunden, die immer sehr mit unseren Persönlichkeiten verflochten waren. Aber jeder von uns hat für sich selbst sehr viel gelernt und wir haben immer wieder zueinander gefunden. Und darum geht’s. Zueinander zu finden.

Das ist jetzt sehr theoretisch. Was macht ihr genau? Wie rettet ihr euch?

GR: Das Gespräch ist essentiell. Es ist sehr schwierig, andere Menschen zu verstehen. Das haben wir festgestellt, als wir anfingen uns sehr bewusst miteinander zu unterhalten. Aber um ein ganz praktisches Beispiel zu bringen: Wir malen regelmäßig ein Bild. Zusammen. Ohne Angst und ohne Schuld. Das ist gar nicht so einfach. Letztendlich ist das Bildermalen selbst ein Bild dafür, was wir im Rahmen des Trialogs tun. Zusammenzufinden in aller Verschiedenheit. Und wenn das alle leben könnten, wäre die Welt zumindest ein bisschen geretteter, denke ich.

S: Ja. Es ist nur das Gespräch. Ein geregeltes Gespräch, das versucht, die Aufmerksamkeit auf den jeweils anderen zu konzentrieren. Und das macht sehr viel Spaß. Vielleicht ist es auch einfach nur Kunst? Wer weiß das schon.

Wenn das alle tun würden…

S: Ja. Genau.

Eine Antwort auf Die Rettung der Welt

  1. fritz roth sagt:

    gute idee !

    wir glauben auch > dass eine offene diskusion die einzige möglichkeit
    das aus grenzen eines jeden zu verhindern >

    weil er angst habe oder sich schuldig fühle ….
    und nur wenn alle dabei …. beim die welt retten > gehe das dann auch !

    galactic central info

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