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Hamburg am 21.09.2016, zweiter Tag des 34sten Zyklus‘

#189 Blumenkraft

160921_2-34Apollon und Schlomo

Kreide auf Tafel, 150 x 100 cm

Der zweite Abend im neuen Gängeviertel. Der letzte Abend wird unter TOP 2 für gut befunden. Apollon ließt die Entstehungsgeschichte dieses Buches vor und schenkt es Schlomo. Schlomo liegt in Gedanken in der Blumenwiese und Apollon hat viel zu sagen. Wir formulieren folgendes Fazit:

  • Krasser Abend
  • Schön, wenn Diana nächste Woche kommt!
  • Diana hat uns gefehlt
  • Reden, reden, reden
  • FLASH

Knickgeschichte – Die Blumenwiese

Die Sonne schien auf die Blumenwiese. Sie war sehr bunt und auf den Blättern glitzerten die Tautropfen. Das Summen unzähliger Insekten erinnerte an das Brausen der Lüfter einer Serverfarm. Die harte Unterscheidung. 0 und 1. 1 oder 0. Die Trivialität würde immer nur simpelste Trivialität hervorbringen. Blumen wären mit dieser Methode nicht zum Blühen zu bringen. Nein, ausgeschlossen! Um so erstaunlicher, dass sich dieses Meer aus verschiedenen Farbtupfern aller denkbaren Farben bis zum Horizont erstreckte. Eine Fülle von Formen und Funktionen, einfach so, von alleine. Von Entropie weit und breit keine Spur. Es gibt eben doch keine selbstorganisierenden Systeme. Die Energie kommt aus der Umwelt. Kein System, ohne eine geeignete. Plötzlich dann die Frage, wer hier eigentlich beobachtet? Ein Wechsel von zweiwertiger zu dreiwertiger Logik? – Eine Biene transportierte einen Batzen Pollen von einer Blüte zur nächsten. Die Bienen und die Blumen und der Beobachter, der dem Treiben die Bedeutung verleiht. Wie schön! Er durfte diesen Moment wahrnehmen und die Bienen von den Blüten unterscheiden. Unbegreiflich, dass dies möglich war. Überhaupt war die Unwahrscheinlichkeit dafür berücksichtigt, dass es überhaupt dazu gekommen ist, dass ein Universum ensteht, das Sonnen und Planeten hervorbringt, die Leben entstehen lassen, das durch Evolution zu Säugetieren wird, die sich zu Menschen entwickeln, die Beobachtungen reflektieren können. Wer da mit statistisch ermittelten Wahrscheinlichkeiten argumentiert, der hat doch nichts verstanden! Blumen sind unwahrscheinlich, aber offensichtlich nicht unmöglich. Wie kann man sich dann auf die wahrscheinlichen Dinge verlassen? Waren nicht gerade die unwahrscheinlichen Dinge die besonderen, innovativen und revolutionären Dinge? Statistisch gesehen war das Universum leblos. Überhaupt kann ja nur das Vorhandene bezogen auf das Aktuelle, Jetzige, das Nächste, also die Zukunft hervorgehen. Wieso also nicht das, das unter jetzigen Bedingungen als schön erfahrbar ist, ins Spiel bringen? Versuche es beispielsweise mit der Romantik! Gerade bei Prominenz trivialer Maschinen muss doch die Besonderheit im Nichtrivialen liegen! Im Überhöhten, Unrealistischen, Phantastischen! Diese Blume! Welche Romantik! Anna Blume! Romantik war unwahrscheinlich, aber Anna war wunderschön. Aus diesem Umstand erwuchsen aber noch keine Möglichkeiten des Zusammenseins. Es war eben, wie es war und jede Veränderung kommt immer nur während des Wartens zustande. Also gilt es, den Zustand des Wartens auf eine Weise zu verbringen, die funktioniert und dabei möglichst erträglich ist. Sie, die Zeit des Wartens, darf sogar schön sein. Was schön ist, wissen wir durch unsere Empfindungsmöglichkeiten. Lachen, vor Freude keine Worte finden. Weinen, weil es keine andere Form des Ausdrucks für bestimmte Dinge gibt. Dafür stehen im Bereich der harten Entweder-Oder Enscheidungen nicht die entsprechenden Möglichkeiten zur Verfügung. Es gibt immer noch ein mehr, das sich unserer Beobachtbarkeit entzieht.  Wir sehen uns nie selbst.

Alle Macht den Blumenwiesen

Rating und Statistics dieses Abends:

2-34_statistics

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