Schabbat #5

Das Universum und all das

Vielleicht kann man hier auch Fragen stellen, und irgendwer, der sie liest hat vielleicht eine Antwort. Meine Frage heute Morgen ist:

Kann Leben auf einem Planeten entstehen, wenn er sich nicht dreht, also seine Rotationsgeschwindigkeit der Umrundungsgeschwindigkeit um seinen Stern entspricht, er also immer mit der selben Seite dem Stern zugwandt ist, es daher auf dem Planeten weder Tag noch Nacht gibt, oder anders gesagt, nur einen Tag und eine Nacht gibt?*

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Ein Abend zu sechst. Alle wollten malen, und eigentlich wollten wir nicht arbeiten, und haben genau das getan. Wir haben jetzt Kreide in tiefschwarz, die wir zu gern ausprobiert hätten. Ich werd mal ein Foto vom Arsenal machen. Brauchen wir jetzt eine zweite Tafel? Alle wollen weitermachen. Es bleibt spannend.

Mosche war endlich wieder da und schon war wieder das explosive Kribbeln anwesend, dass sich auch gern mal entlädt. Hinterher sind wir dann erschöpft und glücklich, wie in Fightclub. Schlomo hat wieder zu viel geredet. Und mit den Projekten sind wir auch vorangekommen. Wir freuen uns auf die nächste(n) Tafel(n).

Schlomo

*Hintergrund ist die Überlegung, dass jede Information (nach George Spencer-Brown) eine Unterscheidung ist – wenn man etwas nicht von etwas anderem unterscheiden kann, existiert es nicht. In der Mathematik und Logik spricht man daher von der „ersten Unterscheidung“ (einem abstrakten Schöpfungsakt) aus der alles entstanden ist und sich alles Weitere entwickelt. Wenn es nun auf einem Planeten keine Unterscheidung von Tag und Nacht gibt, diese Information also fehlt, kann sich dann auf dem Planeten Leben entwickeln?

Meine erst Vermutung ist, dass nein. Es erscheint mir wahrscheinlicher, dass das periodische Anschwellen und Abnehmen der Energiezufur des Sterns zum Planeten, durch Tag und Nacht Zyklen, stimulierend auf die Materie des Planeten wirkt (es wird warm und kalt, hell und dunkel, Ebbe und Flut etc.), so dass diese Schwingung letztlich zur Bildung von Strukturen führen muss. Ich stelle mir das vor wie einen Bäcker, der einen Teig durchknetet. Ohne knetende Hände kein Teig, ohne Teig kein Brot.

Möge irgendwer mir sagen, ob das erforscht ist, oder es Theorien dazu gibt.

Die Welle entsteht an der Störung

Dieser Beitrag wurde unter Alles andere auf einmal veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Schabbat #5

  1. Ghost Rider sagt:

    „Ist die Erde bewohnt?“ von Egon Friedell

    In ihrer genaueren Fomulierung lautete diese Frage, die vor zwei Lichtjahren auf dem innersten Planeten des Sternenpaars Cygni („die Schwäne“), eines der uns zunächst gelegenen Sonnensysteme, gestellt wurde: „Sind die Trabanten des Fixsterns Sol bewohnt oder wenigstens bewohnbar?“

    Sie wurde von den Gelehrten einstimmig verneint. Sie erklärten:

    „1. Nur Planeten von Doppelsonnen sind bewohnbar, weil nur sie durch die einander aufhebenden Anziehungskräfte der beiden Gegensonnen in Gleichgewicht und Ruhe erhalten werden. Sol ist jedoch ein Einzelstern und seine Planeten daher Drehsterne. Die hierdurch bewirkte grauenvolle Bewegung läßt jeden Gedanken an dortiges Leben als Wahnwitz erscheinen.

    2. In der Atmosphäre der Soltrabanten wurden beträchtliche Mengen des Sauerstoffs festgestellt, jenes bösartigen Giftgases, von dem schon geringe Spuren genügen, um alle Lebenskeine zu vernichten.

    3. Der Sauerstoff verbindet sich auf den Satelliten unseres Nachbarsternchens mit einem zweiten Stoff, über den noch nichts Genaueres bekannt ist, zu einem Gas von einer für Cygnoten unvorstellbaren Dichte, das große Teile der Planetenoberfläche mit einer tiefen Kruste überzieht. Dass es gänzlich unmöglich ist, in oder auf diesem Medium zu leben, bedarf wohl keiner weiteren Erörterung.

    4. Es steht völlig außer Zweifel, dass auf keinem Soltrabanten die Durchschnittswärme 500 Grad übersteigt, ja auf manchen sinkt sie bis zu 100 Grad! In einer Temperatur, die so weit davon entfernt ist, Violettglut erzeugen zu können, vermag Leben nicht zu entstehen, geschweige denn sich zu höheren Formen zu entwickeln.

    5. Sol ist einer der lichtschwächsten Fixsterne. Die gesamte Lichtmenge, die er während eines Soljahres produziert, würde gerade noch genügen, um die Bewohner des nächsten seiner Planeten eine Cygnalsekunde zu ernähren! Selbst wenn man also einen Augenblick lang die absurde Hypothese annehmen wollte, dass auf einem sauerstoffverpesteten, in blitzschneller Rotation befindlichen Ball >Lebewesen< existieren können, so könnten diese eben nur einen Augenblick lang leben, denn im nächsten wären sie bereits an Lichthunger elend zugrundegegangen.

    6. Sämtliche Solplaneten sind ungeheuer schwer.
    Selbst der leichteste von ihnen, der dreiundzwanzigste, wiegt immer noch vierzigtausendmal so viel wie beide Cygni zusammen. Infolgedessen müssen diese Monstra eine Gravitationskraft besitzen, die die Existenz luftartiger Geschöpfe völlig ausschließt. Da Leben nur in Gasform möglich ist, so erledigt sich schon durch diese Tatsache die ganze Frage nach der Bewohnbarkeit dieser Weltkörper.

    7. Da Sol eine immerhin mehrtausendfach höhere Temperatur und eine viel geringere Dichte als seine Planeten besitzt, so wäre die Möglichkeit, dass er selbst bewohnt ist, theoretisch denkbar. Aber auch sie muss verneint werden, denn die Spektralanalyse hat festgestellt, dass er einen hohen Prozentsatz an Eisen enthält. Von diesem furchtbaren Gas würde ein Milligramm ausreichen, um Myriaden von Cygoten durch die Kraft seines Magnetismus auf der Stelle zu töten. Die ehernen Naturgesetze, die die Wissenschaft entschleiert hat, gelten eben auch für die Lebenserscheinungen und umspannen unerbittlich den ganzen Kosmos, weshalb man müßige Spekulationen über die Bewohnbarkeit unserer benachbarten Liliputsonne und ihrer toten Drehsterne den Romanschriftstellern überlassen sollte."

    Nur ein verrückter Privatdozent der Philosophie erklärte: "Selbstverständlich sind alle Solplaneten bewohnt, wie überhaupt alle Weltkörper. Ein toter Stern: das wäre ein Widerspruch an sich selbst. Jeder Weltkörper stellt eine Stufe der Vollkommenheit dar, einen der möglichen Grade der Vergeistigung. Jeder ist ein Gedanke Gottes: also lebt er und ist er belebt, wenn auch seine Bewohner nicht immer so aussehen wie ein Professor der cygotischen Astronomie"; worauf ihm wegen Verhöhnung der Fakultät die Befugnis zur öffentlichen Gedankenübertragung entzogen wurde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.